Was rechtfertigt die Wahl zwischen ISO 13849 oder IEC 62061?

Es existieren zwei verschiedene Normen zur Bewertung des erforderlichen und erreichten Sicherheitsniveaus eines sicherheitsbezogenen Steuerungssystems: ISO 13849 und IEC 62061.

Ob die eine oder die andere verwendet wird, ist eine Wahl des Konstrukteurs. Dies wird durch die Tatsache gestützt, dass die übergeordnete Typ-A-Sicherheitsnorm für Risikobeurteilung und Risikominderung, ISO 12100:2010, in Abschnitt 6.2.11.1 spezifiziert:

Die Konstruktionsmaßnahmen des Steuerungssystems sind so zu wählen, dass ihre sicherheitsbezogene Leistung einen ausreichenden Beitrag zur Risikominderung liefert (siehe ISO 13849-1 oder IEC 62061).

Dieser Wortlaut ist eindeutig eine unbedingte Wahl, daher ist es gerechtfertigt, eine der beiden Normen ohne spezifische Begründung zu wählen.

Es ist auch möglich, unterschiedliche Normen für verschiedene Sicherheitsfunktionen und sogar für verschiedene Subsysteme einer Sicherheitsfunktion zu wählen. Es gibt keine harte Anforderung, eine Begründung zu verwenden, warum eine bestimmte Norm verwendet wird. Der Autor dieses Artikels empfiehlt jedoch, eine nominelle Begründung für die abwechselnden Wahlen zu verwenden.

Die folgenden Begründungen sind Beispiele (informativ - in keiner der relevanten Normen aufgeführt):

Die folgenden Begründungen werden vom Autor nicht empfohlen:

Die folgenden Begründungen sollten unter allen Umständen als verbotene Begründungen angesehen werden, da ihre Verwendung implizieren würde, dass die Sicherheitsanforderungsspezifikation nachträglich erstellt wird und als fahrlässiger Mangel an Sorgfalt im Konstruktionsprozess interpretiert werden kann:

Quelle: ISO 12100:2010, Abschnitt 6.2.11.1, erster Absatz.

Qualifikation des Autors: Uli Köhler ist Funktionaler Sicherheitsingenieur und Berater und ist als CMSE® – Certified Machinery Safety Expert (TÜV NORD) zertifiziert


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